Der Januar bietet nach Angaben der Sternenpark-Beauftragten des Landkreises Fulda Sabine Frank und dem Hobbyastronomen Dr. Franz-Peter Schmidt einen klassischen Winterhimmel mit einigen markanten Ereignissen. Zu Beginn des Jahres steht der Mond gerade voll und die Planeten Jupiter und Saturn sind gut sichtbar. Für Beobachter bleibt zudem ein besonderes Ereignis im Auge: Am 12. August wird eine stark partielle Sonnenfinsternis die Sonne in unseren Breiten zu rund 88 Prozent bedecken.
Sonne, Erdumlauf und die Teilsonnenfinsternis
Der Jahreswechsel bringt auch astronomische Konstanz. Am 3. Januar erreicht die Erde der Pressemitteilung zufolge mit 147 Millionen Kilometern den geringsten Abstand zur Sonne. Dieser sogenannte Perihelpunkt hat auf die Jahresmitteltemperatur keine direkte Wirkung und verändert die Lichtlaufzeit nur unerheblich. Erwähnenswert ist die Teilsonnenfinsternis am 12. August. In vielen europäischen Breiten wird die Sonne dann stark verdeckt sein, was das Tageslicht merklich abdunkelt. Historisch bedeutende Sonnenfinsternisse haben in der Forschung bereits eine Rolle gespielt, etwa im Jahr 1919 bei der Überprüfung der Allgemeinen Relativitätstheorie.
Wintersternbilder und Mehrfachsterne
In Richtung Süden zeigt der Winterhimmel viele der hellsten Sterne des Jahres. Rötliche Töne deuten auf ältere Sterne wie Aldebaran im Stier oder Beteigeuze im Orion hin, während Sirius und Prokyon zu den nahegelegenen jungen Sternen zählen. Rigel steht weiter entfernt, aber dennoch deutlich sichtbar. Etwa die Hälfte der sichtbaren Sterne gehört zu Mehrfachsystemen. Beispiele sind der Polarstern, Capella, Sirius, Prokyon und Rigel. Manche auffälligen Sterne im Oriongürtel bestehen aus drei Komponenten. Besonders komplex sind Systeme wie Castor im Sternbild Zwillinge oder Mizar im Großen Wagen, die jeweils aus mehreren Sternen bestehen, die sich gegenseitig umkreisen.
Milchstraße, Rand der Galaxis und Übergang der Jahressterbilder
Die Wintermilchstraße zieht sich östlich am Orion vorbei über den Zenit und weiter entlang von Perseus bis zur charakteristischen W des Sternbilds Kassiopeia. In dieser Jahreszeit blickt man dabei zum Rand der Milchstraße, weshalb die Bänder lichtschwächer erscheinen als im Sommer. Entlang dieses Abschnitts sind zahlreiche Strukturen wie entfernte Galaxien und Sternhaufen zu entdecken. Westlich und östlich des Bandes sind nun die Herbststernbilder im Schwinden begriffen und erste Frühlingssterne werden sichtbar.
Mond, Planetenbeobachtung und Hinweise zur Beobachtung
Der Vollmond fällt in diesem Jahr auf den 3. Januar. Wegen der Neigung der Erdachse steht der Mond dann vergleichsweise hoch am Himmel. Am 10. Januar erreicht Jupiter die Opposition zur Sonne und erscheint deshalb besonders hell. Saturn ist in den Abendstunden im Westen zu sehen. Wer ein Fernglas benutzt, kann versuchen, Uranus entlang der Ekliptik in der Nähe der Plejaden aufzufinden. Zudem sorgen gelegentliche Meteore für kurze Lichtspuren in den klaren Januarnächten.
Die Beobachtung des Himmels ist bereits an Ortsrändern möglich. Schutzgebiete sind jedoch tabu. Beobachterinnen und Beobachter werden gebeten, zur Schonung wildlebender Tiere künstliches Licht zu vermeiden beziehungsweise rücksichtsvoll einzusetzen.
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