Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 349 200 Ehen geschlossen, so wenige wie seit Beginn der Zeitreihe 1950 nicht mehr. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Welttag der Ehe, dem 8. Februar 2026, mit. Insgesamt gaben 698 400 Personen einander das Ja Wort, 79 % davon heirateten zum ersten Mal.
Weniger Verheiratete, mehr Ledige
Ende 2024 lebten 34,6 Millionen volljährige Menschen in einer Ehe, das entspricht knapp 50 % der Bevölkerung ab 18 Jahren. Vor 30 Jahren, Ende 1994, waren noch rund 39,2 Millionen Erwachsene verheiratet, das waren 60 % der Erwachsenen. Parallel dazu ist die Zahl der ledigen Erwachsenen deutlich gestiegen. Ende 2024 waren 23,1 Millionen Personen ab 18 Jahren ledig, ihr Anteil an der erwachsenen Bevölkerung stieg seit 1994 von 24 % auf gut 33 %.
Am höchsten ist der Anteil Verheirateter in der Altersgruppe der 65 bis 69 Jahre alten Menschen. Von den etwa 5,3 Millionen Personen in diesem Alter lebten gut 3,5 Millionen zum Jahresende 2024 verheiratet oder in einer Lebenspartnerschaft, das entspricht 66 %.
Höheres Heiratsalter und längere Ehedauer bis zur Scheidung
Wer heute heiratet, tut dies später als früher. 2024 lag das Durchschnittsalter bei der ersten Eheschließung bei Frauen bei 32,9 Jahren und bei Männern bei 35,3 Jahren. Vor 30 Jahren betrugen die Mittelwerte 27,1 Jahre bei Frauen und 29,4 Jahre bei Männern.
Auch Scheidungen erfolgen später als noch in den 1990er Jahren. Im Jahr 2024 lag das Durchschnittsalter bei der Scheidung bei 44,6 Jahren für Frauen und bei 47,6 Jahren für Männer. Die durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung betrug 14,7 Jahre, 2,7 Jahre mehr als 1994, damals waren es 12,0 Jahre. Im Berichtsjahr wurden 129 300 Ehen rechtskräftig geschieden, ein geringes Plus von 0,3 % gegenüber dem Vorjahr.
Statistische Einordnung und EU Vergleich
Gut 97 % der 2024 geschlossenen Ehen waren zwischen Personen unterschiedlichen Geschlechts, knapp 3 % zwischen Personen gleichen Geschlechts. Seit der Einführung der Ehe für alle im Oktober 2017 werden gleichgeschlechtliche Eheschließungen seit dem Berichtsjahr 2018 in der Statistik erfasst.
Gemessen an Eheschließungen je 1000 Einwohner lag Deutschland 2023 leicht über dem EU Durchschnitt. Nach Eurostat gab es in Deutschland 4,3 Eheschließungen je 1000 Einwohner, im EU Schnitt waren es 4,0. Die höchsten Raten wiesen 2023 Rumänien, Lettland und Ungarn auf, die niedrigsten Bulgarien, Italien und Slowenien. Für Dänemark, Irland und Zypern lagen keine Daten vor.
Destatis weist darauf hin, dass es in den Zeitreihen Brüche gibt, weil die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis verschiedener Zensusgrundlagen erfolgte. Die Bevölkerungszahlen beruhen bis 2010 auf der Fortschreibung des Volkszählungsstands von 1987, für die Jahre 2011 bis 2021 auf dem Zensus 2011 und ab 2022 auf dem Zensus 2022. Weitere Details und Langzeitdaten sind in der Datenbank GENESIS Online und in den jeweiligen statistischen Berichten verfügbar.
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