Donnerstag, 07.05.2026

Energiepreise im März 2026 deutlich gestiegen, Anstiege aber hinter den Spitzen von 2022 zurück

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Fuldaer Bote Redaktion

Die Preise für Kraftstoffe und Heizöl sind im März 2026 im Jahresvergleich deutlich gestiegen. Während Verbraucherinnen und Verbraucher an deutschen Tankstellen im Schnitt etwa 20 Prozent mehr für Kraftstoffe zahlten, zeigen Vergleiche mit früheren Krisen, dass die aktuellen Anstiege in Einzelfällen zwar an historische Werte heranreichen, insgesamt aber hinter den massiven Ausschlägen beim Kriegsbeginn in der Ukraine zurückbleiben.

Anstieg bei Verbraucherpreisen

Im März 2026 lagen die Verbraucherpreise für Superbenzin um 17,3 Prozent und für Diesel um 29,7 Prozent über dem Vorjahresmonat. Kraftstoffe insgesamt verteuerten sich damit um 20,0 Prozent. Leichtes Heizöl war für private Haushalte 44,4 Prozent teurer als im März 2025.

Zum Vergleich: Unmittelbar nach Beginn des Kriegs in der Ukraine fielen die Preissteigerungen deutlich stärker aus. Im März 2022 zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher an den Tankstellen 41,9 Prozent mehr für Superbenzin und 62,7 Prozent mehr für Diesel als ein Jahr zuvor. Die Preise für leichtes Heizöl hatten sich im März 2022 gegenüber März 2021 fast zweieinhalbfach erhöht, das entspricht einem Plus von 144,4 Prozent.

Unterschiedliche Entwicklungen bei Import und Erzeugung

Auf vorgelagerten Wirtschaftsstufen ergibt sich kein einheitliches Bild. Die Importpreise für Erdöl lagen im März 2026 um 24,6 Prozent über dem Vorjahresmonat, Importe von Mineralölerzeugnissen verteuerten sich um 48,6 Prozent. Dagegen fielen die Importpreise für Erdgas mit minus 8,6 Prozent im Vorjahresvergleich niedriger aus.

Bei den Erzeugerpreisen stiegen Mineralölerzeugnisse im März 2026 um 18,3 Prozent gegenüber März 2025. Erdöl und Erdgas lagen dagegen unter dem Vorjahresniveau, mit Rückgängen von 10,2 Prozent beziehungsweise 19,5 Prozent. Im Monatsvergleich zum Februar 2026 sind die Preise zuletzt aber wieder kräftig gestiegen. So lagen die Erzeugerpreise im März 2026 gegenüber Februar 2026 bei Erdöl um 14,8 Prozent und bei Erdgas um 8,8 Prozent höher. Auch die Importpreise erhöhten sich gegenüber dem Vormonat deutlich, unter anderem um 45,9 Prozent bei Erdöl und um 19,6 Prozent bei Erdgas.

Die Behörde verweist darauf, dass das seit Beginn des Kriegs in der Ukraine hohe Ausgangsniveau und vertragliche Preisbildungsmechanismen die aktuellen Jahresvergleiche beeinflussen.

Historische Einordnung

Ähnliche Muster starker Preisanstiege waren in der Bundesrepublik bisher vor allem in drei Phasen zu beobachten: während der ersten Ölkrise 1973/1974, während der zweiten Ölkrise 1979/1980 sowie in der Finanzmarkt und Wirtschaftskrise 2008/2009. Beispielsweise stiegen die Einfuhrpreise für Erdöl im März 1974 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 220 Prozent. Im Verlauf der zweiten Ölkrise erreichten die Importpreise für Erdöl im März 1980 einen Anstieg von mehr als 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während der Finanzmarktkrise lagen die Verbraucherpreise für leichtes Heizöl im Juli 2008 um 59,2 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Der kräftige Preisanstieg zu Beginn des Kriegs gegen die Ukraine im Frühjahr 2022 hatte Importpreise für Erdöl um 87,5 Prozent, für Mineralölerzeugnisse um 108,4 Prozent und für Erdgas sogar um 330,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat steigen lassen. Teilweise erklären Basiseffekte, etwa besonders niedrige Preise zu Pandemiezeiten, die enormen prozentualen Veränderungen in diesen Vergleichszeiträumen.

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