Freitag, 23.01.2026

Elektroautos bleiben in Deutschland ungleich verteilt nach Einkommen und Familienstand

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Fuldaer Bote Redaktion

Die Ausstattung deutscher Haushalte mit Elektroautos und Plug in Hybriden ist stark vom Einkommen abhängig. Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 zeigen, dass Haushalte mit höheren Nettoeingängen deutlich häufiger mindestens ein elektrisch betriebenes Fahrzeug besitzen. Die Bundesregierung plant für dieses Jahr eine Kauf- oder Leasingförderung, die auch Familien und Haushalte mit geringerem Einkommen gezielt unterstützen soll.

Einkommensschere bei der Verbreitung von Elektrofahrzeugen

Nach Auswertung des Statistischen Bundesamtes besaßen 2023 lediglich 1,3 % der Haushalte mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen unter 2 600 Euro mindestens ein Elektroauto oder einen Plug in Hybrid. In der Einkommensgruppe von 2 600 bis unter 3 600 Euro lag der Anteil bei 3,5 %, in der Gruppe von 3 600 bis unter 5 000 Euro bei 5,4 %. Deutlich höher war der Anteil in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von 5 000 Euro und mehr: 13,4 % dieser Haushalte verfügten über mindestens ein elektrisch betriebenes Fahrzeug. Insgesamt hatten 6,0 % der privaten Haushalte 2023 mindestens ein Elektroauto oder einen Plug in Hybrid.

Familien nutzen häufiger Elektrofahrzeuge

Paarhaushalte mit minderjährigen Kindern sind demnach häufiger elektrisch unterwegs als Paare ohne Kinder. 11,5 % der Paarhaushalte mit Kindern besaßen 2023 mindestens ein Elektroauto oder einen Plug in Hybrid, bei Paaren ohne Kinder waren es 7,5 %. Innerhalb der Familien variieren die Werte mit der Kinderzahl: Ein Kind 10,6 %, zwei Kinder 12,6 %, drei oder mehr Kinder 10,7 %. Alleinlebende wiesen mit 2,2 % die geringste Ausstattung mit elektrisch betriebenen Pkw auf.

Viele Elektrofahrzeuge sind neu gekauft oder geleast

Bei Haushalten, die mindestens ein Elektroauto oder einen Plug in Hybrid besaßen, handelte es sich häufig um Neuwagen oder Leasingfahrzeuge. 48,5 % dieser Haushalte gaben an, mindestens ein neu gekauftes Fahrzeug mit Elektroantrieb zu besitzen, 45,2 % hatten mindestens ein geleastes Fahrzeug. Gebrauchtwagen machten 15,2 % aus. Weil Haushalte mehrere Fahrzeuge unterschiedlichen Erwerbswegs haben können, summieren sich diese Anteile auf mehr als 100 %.

Neuzulassungen und Ladeinfrastruktur

Die Nachfrage nach elektrisch betriebenen Pkw hat zuletzt zugenommen. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes lag der Anteil von Pkw mit Elektroantrieb an den Neuzulassungen 2025 bei 30,0 %. Insgesamt wurden 2025 gut 856 500 elektrisch betriebene Pkw neu zugelassen. Davon waren rund 545 100 rein batteriebetriebene Pkw, die 19,1 % aller Neuzulassungen ausmachten. Zum Vergleich: 2024 lag der Anteil batteriebetriebener Pkw bei 13,5 %.

Für den Betrieb elektrischer Fahrzeuge ist eine öffentliche Ladeinfrastruktur wichtig. Zum 1. Januar 2025 gab es in Deutschland etwa 160 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, darunter knapp 36 000 Schnellladepunkte. Regionale Unterschiede sind ausgeprägt. Besonders viele Ladepunkte finden sich in Bayern und Baden Württemberg sowie in Landkreisen an der Nordseeküste. Geringere Dichten weist vor allem Ostdeutschland auf, namentlich Mecklenburg Vorpommern, Sachsen Anhalt, Sachsen und Thüringen. Bundesweit lag die durchschnittliche Fahrzeit zur nächsten öffentlich zugänglichen Ladesäule bei rund 7 Minuten. In Ballungsräumen sind es meist 2 bis 5 Minuten, in dünner besiedelten Regionen können es bis zu 30 Minuten sein.

Datenbasis und methodische Hinweise

Die Ergebnisse zur Ausstattung mit Pkw, Elektroautos und Plug in Hybriden beruhen auf der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe EVS 2023. An der freiwilligen Erhebung nahmen rund 54 000 private Haushalte teil. Die EVS 2023 wurde in Teilen neu konzipiert. Unter anderem wurde die Ausstattung der Haushalte zu Beginn des jeweiligen Anschreibequartals und nicht mehr zum Stichtag 1.1. erfasst. Dies schränkt die Vergleichbarkeit mit früheren Erhebungen ein. Zu den geleasten Pkw zählen auch Firmenwagen, die privat genutzt werden dürfen. Weitergehende Tabellen und methodische Informationen stellt das Statistische Bundesamt online zur Verfügung.

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