Montag, 13.07.2026

9,4 Prozent der Bevölkerung gelten als schwerbehindert. Fast die Hälfte ist 55 bis 74 Jahre alt

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Fuldaer Bote Redaktion

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 lebten in Deutschland rund 7,8 Millionen Menschen mit einem anerkannten Schwerbehindertenstatus. Das Statistische Bundesamt beziffert den Anteil auf 9,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Männer und Frauen sind annähernd gleich verteilt: 49,9 Prozent der Betroffenen sind männlich, 50,1 Prozent weiblich.

Entwicklung und Datenbereinigung

Im Vergleich zur letzten Erhebung zum Jahresende 2023 sank die Zahl der registrierten schwerbehinderten Menschen um etwa 27 000. Diese Verringerung ist allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig, weil in Hessen und Sachsen umfangreiche Bereinigungen der Verwaltungsdaten vorgenommen wurden. Zusammen führten diese Bereinigungen zu einer um rund 195 000 Personen niedrigeren Erfassung im Vergleich zu 2023, weshalb von einer vorherigen Übererfassung ausgegangen wird.

Altersstruktur und Ursachen

Die überwiegende Mehrheit der Schwerbehinderungen entsteht nicht in der Kindheit, sondern im späteren Lebensverlauf. 34 Prozent der Betroffenen sind 75 Jahre oder älter, das entspricht etwa 2,7 Millionen Menschen. 45 Prozent oder rund 3,5 Millionen Personen gehören zur Altersgruppe von 55 bis 74 Jahren. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren machen 3 Prozent beziehungsweise etwa 231 000 Personen aus.

Als Ursachen für schwere Behinderungen werden überwiegend Krankheiten genannt. Gut 91 Prozent der Fälle sind auf Krankheit zurückzuführen. Drei Prozent der Behinderungen waren angeboren oder traten im ersten Lebensjahr auf. Etwa 1 Prozent geht auf Unfälle oder Berufskrankheiten zurück, die übrigen Ursachen summieren sich auf rund 4 Prozent.

Art und Schwere der Behinderungen

Körperliche Beeinträchtigungen sind am häufigsten: 57 Prozent der schwerbehinderten Menschen sind betroffen. Innerhalb dieser Gruppe sind bei 27 Prozent die inneren Organe oder Organsysteme die Ursache, 10 Prozent hatten Einschränkungen an Armen und oder Beinen, und 9 Prozent waren von Wirbelsäulen oder Rumpffunktionsstörungen betroffen. Blindheit oder Sehbehinderung wurde in 4 Prozent der Fälle vermerkt, ebenso lauteten 4 Prozent der Angaben auf Schwerhörigkeit, Gleichgewichts oder Sprachstörungen. Den Verlust einer oder beider Brüste nannten die Ämter in 2 Prozent der Fälle als Grund für den Schwerbehindertenstatus.

Geistige oder seelische Beeinträchtigungen machten insgesamt 16 Prozent der Fälle aus. Zerebrale Störungen lagen in 9 Prozent der Fälle vor. Bei 19 Prozent der registrierten Personen war die Art der schwersten Behinderung nicht ausgewiesen.

Die Einstufung nach Grad der Behinderung zeigt, dass bei etwas mehr als einem Fünftel der Betroffenen der höchste Grad von 100 festgestellt wurde. Ein Behinderungsgrad von 50 war bei 36 Prozent der Schwerbehinderten die am häufigsten vergebene Einstufung.

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