Donnerstag, 16.07.2026

Krankheit, Sucht und Unfall sind 2025 häufigste Auslöser für Schuldnerberatungen

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Fuldaer Bote Redaktion

Laut Daten des Statistischen Bundesamtes waren gesundheitliche Probleme wie Erkrankung, Sucht oder Unfall im Jahr 2025 die am häufigsten genannten Hauptursachen für eine Inanspruchnahme von Schuldnerberatungsstellen. Auf diese Ursachen entfielen 18 Prozent der Fälle, knapp hinter der Arbeitslosigkeit mit 17 Prozent. Die durchschnittliche Schuldenhöhe aller beratenen Personen lag bei 34.650 Euro.

Ursachen der Überschuldung

Unter den Ratsuchenden nannten mehr Personen gesundheitliche Ursachen als jede andere einzelne Auslöserkategorie. Arbeitslosigkeit folgte dicht dahinter. Die Beratungsfälle zeigen, dass nicht nur kurzfristige Einkommensverluste eine Rolle spielen, sondern auch lang andauernde oder plötzlich eintretende gesundheitliche Belastungen.

Unterschiede nach Haushaltstyp und Geschlecht

Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden lebte 2025 allein. Bei knapp 52 Prozent handelte es sich um Einpersonenhaushalte. Unter diesen gaben rund 24 Prozent gesundheitliche Probleme als wichtigsten Auslöser an. Die durchschnittlichen Verbindlichkeiten von Einpersonenhaushalten lagen bei 32.155 Euro.

Bei den Gesamtwerten zeigten sich geschlechtsspezifische Differenzen. Männer wiesen im Mittel höhere Schulden auf als Frauen. Die durchschnittliche Schuldenhöhe betrug bei Männern 39.717 Euro und bei Frauen 29.500 Euro. Ähnliche Unterschiede bestanden auch bei Alleinlebenden: Männer hatten im Schnitt 35.293 Euro Schulden, Frauen 27.629 Euro.

Für Alleinerziehende waren familiäre Veränderungen besonders relevant. Etwa 23 Prozent der alleinerziehenden Mütter und 23 Prozent der alleinerziehenden Väter nannten Trennung, Scheidung oder den Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin als Hauptauslöser ihrer Überschuldung. Die durchschnittliche Schuldenhöhe lag bei alleinerziehenden Müttern bei 34.386 Euro und bei alleinerziehenden Vätern bei 46.219 Euro.

Gegenüber wem Schulden bestehen

Die Verbindlichkeiten der Ratsuchenden verteilten sich häufig auf mehrere Gläubiger. Am weitesten verbreitet waren Zahlungsrückstände gegenüber der öffentlichen Hand. Etwa 57 Prozent der beratenen Personen hatten offene Forderungen gegenüber Finanzämtern, gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungsträgern oder der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen. Verbindlichkeiten gegenüber Telekommunikationsunternehmen betrafen rund 47 Prozent der Fälle. Ratenkredite bei Kreditinstituten lagen in etwa 37 Prozent vor, offene Rechnungen aus Onlinehandel und Versandhandel in rund 29 Prozent der Fälle.

Stichprobe und Einordnung der Daten

Die Angaben basieren auf der Überschuldungsstatistik 2025. Gemeldet wurden Daten von 738 der insgesamt etwa 1.360 Schuldner und Insolvenzberatungsstellen zu rund 187.000 beratenen Personen. Die Teilnahme an der Erhebung war freiwillig. Die vorliegenden Zahlen wurden auf die Grundgesamtheit aller durch Beratungsstellen erfassten Personen in den Bundesländern hochgerechnet. Daraus lassen sich keine direkten Schlussfolgerungen auf die Gesamtzahl aller überschuldeten Personen oder Haushalte in Deutschland ziehen, da nicht alle Betroffenen eine Beratung aufsuchen oder von den teilnehmenden Stellen erfasst werden.

Die Überschuldungsstatistik liegt mit dem Berichtsjahr 2025 im 20. Jahr ihrer Durchführung. Seit 2011 wird die Erhebung auf Grundlage des Überschuldungsstatistikgesetzes als dauerhafte Bundesstatistik geführt.

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