Im August kommt über der Rhön eine ganze Reihe markanter Himmelsereignisse zusammen. Neben dem jährlichen Maximum der Perseiden stehen eine bedeutende Sonnenfinsternis am 12. August und eine starke Verfinsterung des Vollmondes am 28. August bevor. Parallel dazu finden im Biosphärenreservat Rhön die Sternenparkwochen statt, die auf den Schutz der dunklen Nacht hinweisen.
Perseiden und Beobachtungstipps
Die Perseiden entstehen durch Staubpartikel des Kometen 109P Swift Tuttle, die mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintreten und dort als Sternschnuppen sichtbar werden. Für Beobachter sind besonders klare Nächte im August geeignet. Die beste Beobachtungszeit beginnt nach Mitternacht, weil dann der Radiant im Sternbild Perseus hoch genug über dem Horizont steht. Das Maximum der Aktivität wird in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet.
Sonnenfinsternis am 12. August und Sichtbedingungen
Bei der Sonnenfinsternis am 12. August verläuft der schmale Streifen mit vollständiger Totalität von Grönland über Island nach Spanien. In den mittleren Breiten wird die Sonne nur teilweise bedeckt sein. Nach Angaben aus der Himmelsvorschau beginnt die Teilbedeckung hier gegen 17:45 Uhr, die größte Verfinsterung mit etwa 88 Prozent wird gegen 19:45 Uhr erreicht. Weil die Sonne kurz danach untergeht, ist für die Beobachtung ein möglichst freier Blick nach Westen wichtig.
Mondfinsternis und sommerlicher Sternenhimmel
Am frühen Morgen des 28. August zieht der Vollmond durch den Erdkernschatten. Die Verfinsterung beginnt ab etwa 5:00 Uhr, die größte Bedeckung von annähernd 93 Prozent tritt gegen 6:15 Uhr ein. Der verfinsterte Mond geht gegen 6:30 Uhr unter, während die Sonne im Osten schon ansteigt. Parallel dazu prägt das Sommerdreieck mit Wega, Deneb und Altair weiterhin die Nächte. In dunkleren Gebieten ist die Milchstraße gut zu sehen und mit einem Fernglas lassen sich zahlreiche Sternhaufen und Nebel beobachten.
Sternenparkwochen und Lichtschutzaktionen
Die Sternenparkwochen im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Rhön finden dieses Jahr vom 1. bis zum 23. August statt. Das Programm legt den Fokus auf die Bedeutung dunkler Nächte für Natur und Biodiversität. Rund um den 8. August beteiligen sich wieder mehrere Kommunen am sogenannten Licht aus Wochenende. Einige Gemeinden schalten die öffentliche Beleuchtung nachts vollständig ab, andere verzichten auf Anstrahlungen. Dauerhafte Maßnahmen zur Reduzierung künstlicher Beleuchtung gibt es bereits in Orten wie Tann, Ebersburg, Schondra und Gersfeld.
Die Veranstaltungsmacher verweisen auf die weitreichenden ökologischen Folgen von Lichtverschmutzung. Forschungsergebnisse zeigen demnach Auswirkungen auf Arten, Ökosysteme und Lebensräume. Ziel der Aktionen ist es, das Thema stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und praktische Möglichkeiten zum Schutz der Nachthimmelqualität aufzuzeigen. Beobachtungen sollten am Ortsrand vorgenommen werden, Schutzgebiete bleiben tabu.
In ihrer monatlichen Himmelsvorschau geben Sabine Frank, Sternenparkbeauftragte beim Landkreis Fulda, und der Hobbyastronom Dr. Franz Peter Schmidt Hinweise zu den Sichtbedingungen und Veranstaltungen während der Sternenparkwochen.
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