Mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen verwendet Künstliche Intelligenz in ihren Geschäftsprozessen. Eine Umfrage des ifo Instituts im Mai 2026 ergab, dass 54,5% der Betriebe KI einsetzen. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 40,9%. Weitere 16% planen den Einsatz, 21,6% diskutieren die Einführung.
Branchen mit unterschiedlicher Durchdringung
Die Verbreitung von KI unterscheidet sich deutlich nach Branchen. In der Industrie setzen 58,7% der Unternehmen entsprechende Anwendungen ein. Auch im Dienstleistungssektor ist KI inzwischen mit 56,2% weit verbreitet. Im Handel liegt die Nutzungsquote bei rund 45%.
Besonders rasant hat sich die Entwicklung im Bauhauptgewerbe vollzogen. Dort stieg der Anteil der Unternehmen mit KI-Nutzung binnen drei Jahren von 7,1% auf 39,8%. Das ifo Institut wertet diese Veränderung als Hinweis auf eine hohe Dynamik bei der Einführung der Technologie.
Größere Firmen vorne, kleine und mittlere Firmen holen auf
Die Unternehmensgröße beeinflusst die Verbreitung von KI: Großunternehmen nutzen die Technologie deutlich häufiger als kleinere Betriebe. Demnach setzen 67,2% der großen Firmen KI ein, gegenüber 51,2% bei kleinen und 47,2% bei mittleren Unternehmen.
Externe Lösungen dominieren, Eigenentwicklungen bleiben selten
Unter den Anwendern dominieren externe Angebote. Knapp drei Viertel der Unternehmen greifen auf kostenpflichtige externe KI-Lösungen zurück. 48,4% nutzen kostenlose Anwendungen, 22,5% arbeiten ausschließlich mit kostenlosen Tools. Eigene KI-Systeme entwickeln dagegen nur 18,7% der Unternehmen.
Einsatzfelder und Motive für KI-Nutzung
KI werde vor allem dort eingesetzt, wo konkrete Effizienzgewinne zu erwarten seien, berichtet das ifo Institut. Häufige Einsatzbereiche sind Verwaltung, Datenanalyse, Programmierung, Schriftverkehr und Informationsrecherche. Zudem verwenden viele Unternehmen KI für Planung, Controlling und Kundenkommunikation.
In der Industrie gewinnen KI-Anwendungen auch in produktionsnahen Bereichen an Bedeutung. Beispiele sind Qualitätskontrolle, Produktionsplanung und Wartung. Nach Einschätzung der ifo-Forscher erleichtert die Technik insbesondere Routineaufgaben und die Verarbeitung großer Informationsmengen.
Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen, kommentiert die Ergebnisse mit dem Hinweis, die Technologie sei in der deutschen Wirtschaft mittlerweile breit angekommen und die Einführung erfolge mit hoher Dynamik.
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