Dienstag, 18.08.2026

Hitze und Trockenheit senken Apfelernte 2026 unter den Zehnjahresdurchschnitt

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Fuldaer Bote Redaktion

Die Apfelernte in Deutschland wird 2026 nach vorläufiger Schätzung des Statistischen Bundesamtes deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liegen. Erwartet werden rund 934 000 Tonnen, das sind etwa 52 900 Tonnen oder 5,4 Prozent weniger als im Zeitraum 2016 bis 2025. Gegenüber dem besonders ertragreichen Vorjahr fällt die Ernte um rund 204 000 Tonnen beziehungsweise 17,9 Prozent geringer aus.

Ertragsminderung durch Witterungsschäden

Als Hauptursachen für die niedrige Prognose nennt das Amt wiederkehrende Hitzeperioden und anhaltende Trockenheit im Frühjahr und Sommer 2026. Viele Früchte seien vorzeitig abgefallen, blieben sehr klein oder zeigten Sonnenschäden. Zudem meldeten einzelne Betriebe Hagelschäden mit lokal fast vollständigen Ernteausfällen. Trotz der geringeren Mengen bleiben Äpfel mit einer Anbaufläche von 32 700 Hektar das mengenmäßig wichtigste Baumobst in Deutschland.

Auf die Fläche bezogen wird für 2026 ein durchschnittlicher Ertrag von rund 28,6 Tonnen je Hektar erwartet. Die Schätzungen basieren auf Meldungen der Ernte- und Betriebsberichterstatterinnen und -berichterstatter und können sich in den folgenden Monaten noch ändern.

Regionale Unterschiede bei der Ernte

Baden-Württemberg und Niedersachsen tragen den größten Anteil an der erwarteten Ernte. Zusammen stellen sie 61,1 Prozent der Apfelanbaufläche und erzeugen etwa zwei Drittel der heimischen Äpfel. In Baden-Württemberg werden auf 11 600 Hektar rund 350 000 Tonnen erwartet, ein leichtes Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem zehnjährigen Mittel. In Niedersachsen sind auf 8 400 Hektar etwa 272 000 Tonnen prognostiziert, ein Rückgang von 5,9 Prozent gegenüber dem Zehnjahresdurchschnitt.

Deutlich stärkere Rückgänge werden in anderen Bundesländern angegeben. In Thüringen wird die Ernte mit minus 45,1 Prozent besonders niedrig erwartet. Weitere nennenswerte Rückgänge verzeichneten Mecklenburg-Vorpommern minus 18,4 Prozent, Bayern minus 16,4 Prozent, Rheinland-Pfalz minus 15,8 Prozent, Sachsen minus 13,3 Prozent und Hamburg minus 12,8 Prozent gegenüber dem zehnjährigen Mittel.

Pflaumen und Zwetschen über dem Mittel

Bei Pflaumen und Zwetschen zeichnet sich für 2026 ein besseres Bild ab. Die Ernte wird auf gut 49 300 Tonnen geschätzt, rund 5 100 Tonnen oder 11,5 Prozent mehr als der Zehnjahresdurchschnitt von 44 200 Tonnen. Gegenüber dem ertragreichen Vorjahr fällt die Menge allerdings um etwa 3,9 Prozent geringer aus. Auf einer Anbaufläche von etwa 4 100 Hektar ergibt sich ein erwarteter Durchschnittsertrag von rund 12,0 Tonnen je Hektar.

Baden-Württemberg ist beim Pflaumen- und Zwetschenanbau führend. Auf 1 700 Hektar wird dort eine Ernte von rund 24 100 Tonnen erwartet, das entspricht einem Zuwachs von 37,8 Prozent gegenüber dem zehnjährigen Durchschnitt und einer Steigerung von 34,4 Prozent gegenüber der Vorjahresernte von 17 900 Tonnen. In Rheinland-Pfalz, dem zweitgrößten Anbauland, wird die Ernte mit 9 900 Tonnen dagegen 7,7 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel liegen.

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